Das eigene Leben mitgestalten
«Jeder Mensch ist einzigartig, wertvoll und hat das Potential, sich zu entwickeln und zu wachsen.» So steht es in den «Agogischen Grundsätzen» des Werkheim Uster. Die Agogischen Grundsätze prägen unser Zusammenleben, indem sie uns als Leitlinien dienen.
Einer dieser Grundsätze heisst «Teilhabe»: Der umfassende und barrierefreie Zugang zu allen Lebensbereichen im Alltag, in der Arbeit, in der Gesellschaft. Barbara Zollinger von der Fachstelle Agogik sagt: «Es geht darum, sein eigenes Leben aktiv mitgestalten zu können.» Dazu gehöre die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, mitreden zu können, echte Wahlmöglichkeiten zu haben sowie der Zugang zu Angeboten wie Bildung, Freizeit und Information.
Zu Wort kommen
Im Werkheim Uster wird Teilhabe gelebt, indem beispielsweise bestimmte interne Schulungen für Fachpersonen sowie Mitarbeitende und Bewohnerinnen und Bewohner zugänglich sind, Peer-to-Peer- und Inklusionsgruppen in verschiedenen Arbeitsbereichen aktiv dafür sorgen, dass möglichst alle zu Wort kommen, oder mit dem Werkheim-Inklusionsrat. Auch mit der Zusammenarbeit mit externen Partnerfirmen im Bereich Arbeit oder der Vernetzung in der Region mit anderen Organisationen, Vereinen und Firmen ermöglicht das Werkheim Teilhabe.
Was aus solchen Teilhabe-Instrumenten entstehen kann, zeigt beispielsweise die Peer-to-Peer-Gruppe im «Mehrwerk»: Dort ergriff eine Arbeitsgruppe die Initiative für eine Schulung in Gebärdensprache, nachdem ein neuer Mitarbeiter mit Hörbeeinträchtigung zum Team stiess. «Teilhabe heisst für mich unter anderem, dass man sich verständigen und mitteilen kann. Dass man miteinander im Kontakt ist und dadurch alle ein Teil vom Team sind», sagt Berno Brändli von der Peer-to-Peer-Gruppe im «Mehrwerk». Und ergänzt: «Auch ausserhalb der Arbeit, in der Öffentlichkeit, sollten alle offener aufeinander zugehen, damit alle an der Gesellschaft teilhaben können.»
Die Teilhabe zutrauen
Damit Teilhabe gelingt, müssen wir den Menschen, die wir begleiten, auch zutrauen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sie in ihrer Selbstbestimmung fördern.» Aus genau diesem Grund lebt das Werkheim neben der Teilhabe zwei weitere Agogische Grundsätze: Zutrauen und Selbstbestimmung.
Barbara Zollinger, Fachstelle Agogik