Jahresbericht des Werkheim Uster
Durchlässigkeit ermöglicht Entwicklung
Wie Pflanzen im Frühling wachsen und gedeihen, sollen sich auch die Menschen im Werkheim Uster entwickeln können – dank durchlässiger Wege, bewusster Begleitung sowie Teilhabe, Selbstbestimmung und Zutrauen.
Wenn im Spital Uster Blumen blühen und Grünflächen gepflegt sind, hat das Werkheim daran mitgewirkt. Die Mitarbeitenden des Betriebs «Gartenraum» sorgen mit ihrer Arbeit dafür, dass sich Patientinnen, Patienten und Spital-Personal in der Umgebung wohlfühlen können.
Wachsen, gedeihen, sich entwickeln – was bei den Pflanzen gerade im Frühling überall zu bewundern ist, veranschaulicht ein zentrales Anliegen des Werkheim Uster: Wir wollen, dass sich Menschen entwickeln können – selbstbestimmt, als Teil der Gesellschaft, mit unserem Zutrauen. So steht es in unseren agogischen Grundsätzen, die wir im vergangenen Jahr neu formulierten und die uns in der täglichen Arbeit leiten sollen.
Mit einer hohen Durchlässigkeit unserer Angebote fördern wir im Werkheim Uster persönliche Entwicklungen. So sollen angepasste Schritte beim Arbeiten oder Wohnen möglich sein – ohne Lücken dazwischen oder hohe, schwer zu erklimmende Treppenstufen. An dieser Durchlässigkeit haben wir im Jahr 2025 intensiv gearbeitet:
So haben wir zusammen mit unseren Partnerbetrieben dazugelernt, wie wir vor Ort Arbeitsgruppen und integrative Arbeitsplätze entsprechend gestalten können, dass niederschwellige Entwicklungspfade hin zu mehr Teilhabe und Selbständigkeit entstehen, beispielsweise bei der IKEA in Dietlikon oder der Belimo in Hinwil.
Und wenn im Laufe eines Lebens der Bedarf nach pflegerischer Unterstützung grösser wird, haben wir unsere Kompetenzen weiter gestärkt, etwa mit einem Konzept zur palliativen Begleitung, mit Pflegestandards oder mit der Etablierung unserer werkheim-eigenen Spitex.
Wie können wir den nötigen Freiraum schaffen, damit Konzepte wie Durchlässigkeit und Inklusion im Alltag nachhaltig Wirkung entfalten? Ein Ansatzpunkt – neben anderen – ist die Digitalisierung als Hilfsmittel. Mit der Einführung unseres neuen ERP-Systems Abacus sowie dem gezielten Einsatz von KI arbeiten wir kontinuierlich daran, Prozesse effizienter zu gestalten, administrative Aufwände zu reduzieren und so die Fachpersonen und Teams zu entlasten. So gewinnen wir Zeit und Ressourcen für das, was im Zentrum steht: die Begleitung und Unterstützung der Menschen im Werkheim.
Gerade für die Ausgestaltung unserer Angebote ist der spezifische Blickwinkel der Nutzerinnen und Nutzer zentral. Dazu leistet der «Werkheim-Inklusionsrat» einen massgeblichen Beitrag: Er bringt Überlegungen, Ideen und Anliegen der Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeitenden gegenüber der Geschäftsleitung und dem Stiftungsrat ein und prägt so die Weiterentwicklung des Werkheim-Angebots. Der «Werkheim-Inklusionsrat» ist aus dem bisherigen Betriebsrat hervorgegangen und wurde um Vertretungen aus dem Wohnbereich erweitert. Seinen neuen Namen haben die Ratsmitglieder gleich selbst bestimmt.
Und so zeigt das Jahr 2025 deutlich: Das Werkheim Uster entwickelt sich gemeinsam weiter – engagierte Fachpersonen, Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeitende mit ihrer Perspektive, Partner, die unsere Vision mittragen, sowie Unterstützerinnen und Unterstützer mit finanziellen Beiträgen und persönlichem Engagement. Sie alle haben im letzten Jahr dazu beigetragen, dass im Werkheim durchlässige Angebote gelebt werden – und so ganz persönliche Entwicklungen möglich sind.
Auch in Zukunft gehen wir die vielfältigen Herausforderungen unseres Betriebs mit voller Überzeugung an, um das Werkheim für alle Beteiligten nachhaltig und sicher weiterzuentwickeln.
Annemarie Beglinger, Stiftungsratspräsidentin
Patrick Stark, Geschäftsleiter
Ich mache hier im Werkheim meine Ausbildung im Betriebsunterhalt. Ich bin bald ausgelernt, im Juni habe ich meine Prüfungen. Meine Ausbildung geht zwei Jahre und ich gehe pro Woche einen Tag zur Schule in Zürich. Ich bin aber lieber draussen. Wir mähen Rasen, wir putzen, wir zügeln, wir malen, wir schneiden Hecken und wir reinigen die Tiefgarage. Auch jäten gehört dazu, aber das mache ich nicht so gerne. Je nach Auftrag sagt der Chef, was es zu tun gibt, oder ich kann selber bestimmen, was ich arbeite. Wenn es geht, würde ich nach meiner Lehre gerne hier im Werkheim weiterarbeiten.
Davide De Seta, Mitarbeiter in Ausbildung, Betrieb «Hauskraft»
Die agogischen Grundsätze Selbstbestimmung, Teilhabe und Zutrauen sind für mich essenzielle Bausteine, um die Lebensqualität von Bewohnenden und Mitarbeitenden zu stärken, Inklusion aktiv zu leben und die Prinzipien der UN-Behindertenrechtskonvention sowohl in der Praxis umzusetzen als auch nach aussen zu vertreten. Diese Grundsätze fördern nicht nur die Selbstbestimmung und die gleichwertige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, sondern setzen auch das Vertrauen in die Fähigkeiten der Menschen mit Beeinträchtigung voraus, um ihre individuellen Potenziale zu entfalten und ihre Lebensziele aktiv mitzugestalten. So leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einer inklusiven Gesellschaft, in der alle Menschen gleichberechtigt und selbstbestimmt leben können.
Claudio Kaiser, Leiter Fachstelle Agogik
Stiftungsrat & Leitungsteam
Stand: Mai 2026

Der 9-köpfige Stiftungsrat steuert das Werkheim Uster auf der strategischen Ebene. Die gewählten Stiftungsratsmitglieder bringen Kompetenzen aus verschiedenen Bereichen mit und engagieren sich mit Herz und Verstand.


Die 5-köpfige Geschäftsleitung sowie die Abteilungs-, Betriebs- und Fachstellenleitungen führen das Werkheim Uster auf operativer Ebene.
Herzlichen Dank
Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihr Mitwirken! Sie tragen mit Ihrem Vertrauen, Ihrem freiwilligen Einsatz, Ihrem Einkauf, Ihrem Auftrag, Ihrer Spende und Ihrem ideellen Support wesentlich dazu bei, dass wir im Werkheim Uster unser Leitbild im Alltag umsetzen und damit Selbstbestimmung fördern können.